Streichungen aus dem Grundgesetz

2020-06-14


Der Bundesvorsitzende der Grünen, Habeck, schlug vor einigen Tagen vor, das Wort "Rasse" aus dem Grundgesetz zu streichen. Begründung:

"Es gibt eben keine 'Rassen'".
Die logische Schlussfolgerung, dass damit auch das Wort "Rassismus" obsolet wird, ist ihm leider nicht eingefallen.

Natürlich können wir Rassismus nicht besiegen, indem wir das Wort, die Beschreibung dafür, "verlernen". Ebensowenig wie wir mit dieser Strategie nicht "Hunger", "Krankheit", "Krieg" bekämpfen können.

Zu Recht bekommt der Grünen-Vorschlag also Gegenwind.

Ich hätte bessere Vorschläge für die Streichung von Wörtern aus dem Grundgesetz. Die Präambel geht gleich los mit:

"Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott [...]"

Wenn es nach mir geht, kann der "Gott" da weg. Unabhängig davon, ob der Einzelne an Götter glaubt oder nicht, ist es v.a. für diejenigen, die an gar keine Götter glauben, unvorteilhaft, einer Verfassung zu folgen, die sich schon in der Präambel auf Gott stützt. Wie kann sich jemand, der diese Prämisse (die Existenz genau eines Gottes) als falsch betrachtet, mit vernünftiger Logik an die Schlussfolgerungen (die einzelnen Artikel des Grundgesetzes) halten? Damit wird das universelle Fundament, auf dem eine Verfassung ruhen sollte, nur unnötig geschwächt und nur für religiöse Menschen wirklich zutreffend.

Ein weiterer Kandidat zur Streichung wäre aus ähnlichen Gründen jedes Vorkommen von "Religion". Einerseits wird durch die vielfache Nennung des Wortes eine ungerechtfertigte Aufwertung des Begriffes betrieben. Und meiner Meinung nach ist die Religionsfreiheit bereits komplett von der Meinungsfreiheit abgedeckt und trägt bezüglich Grundrechten nichts prinzipiell Neues bei. Die "Meinung" ist in diesem Fall, es für vernünftig zu halten, Gottheiten zu verehren, anzubeten, oder auch ihre Existenz als real zu betrachten.




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